Verfahren wegen Diesel-Abgaswerten gegen VW in Frankreich

Die französische Justiz hat auch gegen den Autokonzern Volkswagen wegen mutmaßlichen Betrugs bei Diesel-Abgaswerten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das Verfahren sei am 6. Mai eingeleitet worden, hieß es am Mittwoch aus Justizkreisen. Erst am Dienstagabend war bekannt geworden, dass Frankreichs Justiz wegen ähnlicher Vorwürfe auch gegen Renault ermittelt.

Die Justiz wirft Volkswagen nun Betrug über wesentliche Eigenschaften eines Produkts vor. Dieser habe zu einer Gefahr für die Gesundheit von Mensch oder Tier geführt. Das Unternehmen wurde unter anderem aufgefordert, eine Kaution von 10 Millionen Euro zu hinterlegen. Zudem ist eine Bankgarantie von 60 Millionen Euro fällig.

Der VW-Konzern wies die Vorwürfe zurück. „In jedem Fall ist die VW AG der Ansicht, dass französische Verbraucher keinen entschädigungsberechtigten Schaden im Zusammenhang mit dem Kauf eines VW-Fahrzeugs erlitten haben“, hieß es in einer Reaktion. Der Konzern prüfe nun alle zur Verfügung stehenden Handlungsmöglichkeiten, um die Entscheidung anzufechten.

Der „Dieselgate“-Skandal war seinerzeit von Europas größtem Autohersteller VW ausgelöst worden. Die Affäre um millionenfach gefälschte Stickoxid-Abgaswerte flog im September 2015 in den USA auf.