USA stoppen Importe chinesischer Fischereifirma wegen Verdachts auf Zwangsarbeit

Die US-Regierung hat Importe von Meeresfrüchten der Fischereiflotte eines chinesischen Unternehmens gestoppt. Die US-Zollbehörde CBP teilte am Freitag mit, ab sofort würden bei der Einfuhr Thunfische, Schwertfische und andere Meeresfrüchte zurückgehalten, die von Schiffen der Firma Dalian Ocean Fishing gefangen wurden. Bei einer Untersuchung des Unternehmens habe die Zollbehörde alle elf Indikatoren der Internationalen Arbeitsorganisation für Zwangsarbeit identifiziert, darunter körperliche Gewalt, Vorenthaltung von Löhnen und unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen.

Unternehmen, die ihre Arbeiter ausbeuteten, dürften in den USA keine Geschäfte machen, sagte Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas, dem die Zollbehörde untersteht. Diese Firmen schadeten auch amerikanischen Unternehmen und verleiteten Konsumenten zu unethischen Käufen.

Das US-Außenministerium verwies am Freitag auf einen eigenen Menschenrechtsbericht aus dem vergangenen Jahr. Dort sei etwa festgehalten worden, dass Arbeitsmigranten auf chinesischen Fischereischiffen gezwungen würden, 18 bis 22 Stunden am Tag zu arbeiten. Sie würden daran gehindert, ihre Schiffe zu verlassen, während sie Hunger und anderen Missständen ausgesetzt seien.

Angeblich ließ Dalian Tote ins Meer werfen

Die Flotte von Dalian Ocean Fishing umfasst mehr als 30 Schiffe, vor allem Thunfisch lieferte sie bisher in die USA. Noch 2018 importierte sie Fisch für 20 Millionen Dollar in die USA, seither sind die Zahlen aber deutlich gesunken. Die Regierung von Indonesien hatte Dalian im Mai 2020 beschuldigt, mit »unmenschlichen« Arbeitsbedingungen dazu beigetragen zu haben, dass mindestens drei Menschen erkrankten und starben, ihre Leichen seien in den Ozean geworfen worden.

US-Bundesgesetze verbieten die Einfuhr von Waren, die ganz oder teilweise durch Zwangsarbeit hergestellt wurden – diese Produkte werden vom Zoll zurückgehalten. Importeure von zurückgehaltenen Waren haben die Möglichkeit, diese wieder auszuführen oder nachzuweisen, dass sie nicht mit Zwangsarbeit hergestellt wurden.