Urlaub und Quarantäne: persönliches Pech

Wer wäh­rend sei­nes Urlaubs in Quarantäne geschickt wird, kann das als eige­nes Vergnügen ver­bu­chen. Die Urlaubstage sind futsch. Das ist zu erfah­ren beim Kummerkasten-Beauftragten von nordkurier.de, Ralph Sommer, am 7.6. Manche der dort gestell­ten Fragen erin­nern an „Dr. Sommer: Spannende Sex-Fragen!„, dem Ratgeber auf bravo.de. Dort ist zu lesen:

»Ich habe seit fünf Monaten einen fes­ten Freund. Ich will ihm bald einen Wunsch erfül­len – und ihm einen bla­sen. Ich habe das aber noch nie gemacht. Ich weiß gar nicht, wie das genau geht. Vielleicht gibt es ja auch etwas, wor­auf ich beson­ders ach­ten muss. Könnt Ihr mir hel­fen? Ich möch­te es ihm ganz beson­ders schön machen.«

Der „Nordkurier“ muß sich mit sol­chen Fragen herumschlagen:

»Wir möch­ten Ende Juni 14 Tage Urlaub in Binz machen. Jetzt haben wir von der neu­en Test-App gele­sen, die dort genutzt wer­den kann. Müssen wir dann die dort ange­bo­te­nen Tests ver­wen­den oder kön­nen wir eige­ne Tests mit­brin­gen? Und wie vie­le Tests pro Person benö­ti­gen wir?«

Die Antwort fällt kom­ple­xer aus als bei der „Bravo“:

»Das Online-Testen per App ist gene­rell kos­ten­los. Es wer­den aber kei­ne Tests gestellt. Man muss sich also selbst mit Selbstschnelltests ein­de­cken, am bes­ten bereits vor Urlaubsantritt. Derzeit gilt, dass man im Urlaub in einem Hotel oder einer Pension in Mecklenburg-Vorpommern mit gemein­schaft­lich genutz­ten Räumen alle 72 Stunden einen neu­en Negativtest vor­wei­sen muss.

Bei einem 14-tägi­gen Urlaub wären das also min­des­tens fünf Tests pro Person. Allerdings benö­tigt man für die Nutzung vie­ler Einrichtungen wie Restaurants oder Museen einen Negativtest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, sodass man also immer noch mit ein paar Tests mehr rech­nen muss.«

Wundert es, wenn die Strandkörbe noch weit­ge­hend leer blei­ben, wie auf shz.de am 6.6. unter der Überschrift „MV star­tet ver­hal­ten in Sommerurlaub-Saison“ zu erfah­ren ist?


Zurück zu Urlaub und Quarantäne:

»Ich wur­de in mei­nem Urlaub vom Gesundheitsamt in Quarantäne zum Schutz vor Ansteckung geschickt. Ich selbst war nicht erkrankt. Sind mei­ne Urlaubstage jetzt abge­gol­ten oder darf ich die Tage noch in Anspruch nehmen?

Das Gesundheitsamt wer­de – auch wenn man nicht selbst erkrankt sei – dann eine Quarantäne anord­nen, wenn man Kontakt zu einer infi­zier­ten Person gehabt habe, sagt advo­ca­do-Partneranwalt Nikolai Kröger aus Haiger (Hessen). Geschehe dies wäh­rend des Urlaubs sei das aber nicht grund­sätz­lich das Problem des Arbeitgebers.

Das Risiko für soge­nann­te „urlaubs­stö­ren­de Ereignisse“ lie­ge näm­lich grund­sätz­lich beim Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber müs­se ledig­lich bei der Gewährung von Erholungsurlaub den Arbeitnehmer von der Erbringung sei­ner Arbeitsleistung frei­stel­len. Wie der Arbeitnehmer dann letzt­lich sei­nen Urlaub ver­brin­ge, sei ihm selbst über­las­sen, gege­be­nen­falls eben in Quarantäne zuhau­se. Fazit: In die­sem Fall darf man die Urlaubstage nicht noch ein­mal in Anspruch neh­men.«

Angeblich hat Tucholsky in sol­chen Situationen gefragt „Was lernt uns das?„.

Author: aa