Ricarda Lang setzt Schlusspunkt nach Bodyshaming-Attacken – und bedankt sich für die Solidarität

Nach Talkshow-Auftritt Ricarda Lang setzt Schlusspunkt nach Bodyshaming-Attacken – und bedankt sich für die Solidarität

Ricarda Lang

Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: „Es bedeutet mir viel, zu sehen, was für eine Solidarität möglich ist“

© Kay Nietfeld/dpa

Schon seit Jahren wehrt sich Grünen-Politikerin Ricarda Lang gegen die Herabsetzung dicker Menschen und kämpft für mehr Gleichberechtigung. Auch sie selbst ist immer wieder Zielscheibe von Beleidigungen – so wie nach ihrem Auftritt bei „Hart aber fair“.

Seit Jahren sieht sich Ricarda Lang vor allem im Netz heftigen Angriffen bezüglich ihrer Figur ausgesetzt. Immer wieder hat die stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen versucht, die Diskussion über die oft anonymen Hasskommentare in der Öffentlichkeit anzutreiben – auch, weil sie zu ihren Ungunsten von wichtigeren Inhalten abgelenkt haben.

Nachdem die 27-Jährige am Montagabend in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ zu Gast war, hatte es im Netz abermals zahlreiche abfällige Bemerkungen gegen Lang gegeben – anschließend sprangen ihr allerdings zahlreiche Kollegen zur Seite. „Da legt eine #Frau einen super Talkshowauftritt hin, zerpflückt rhetorisch stark die politischen Mitbewerber mit überzeugenden Argumenten“, schrieb zum Beispiel ihre Parteikollegin Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin Hamburgs. „Statt Anerkennung gibt’s kübelweise #Hass & #Bodyshaming. Erbärmlich!“

Aber auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak verurteilte die Angriffe auf Lang als „einfach nur asozial“:

Lang, deren politischer Schwerpunkt unter anderem auf „Body Positivity“ liegt, hat nun via Twitter eine Art Schlusspunkt unter die Shaming-Debatte gesetzt – und sich gleichzeitig ausdrücklich bedankt: „Es bedeutet mir viel, zu sehen, was für eine Solidarität möglich ist, auch und gerade über Parteigrenzen hinweg.“ Den Tweet beendet sie mit dem Satz: „So und jetzt lasst uns darüber sprechen, wie wir die Zukunft gestalten.“

Beleidigungen im Alltag: „Pummelchen, zu dick, unattraktiv“

Für Lang ist es nur das neueste Kapitel in einer jahrelangen unseligen Geschichte. „Egal, wozu ich mich äußere – Lohngleichheit, Kinderarmut oder Kohlekraft: Ich bekomme als Antwort Kommentare zu meinem Äußeren“, hatte Lang einst bei „Bento“ geschrieben. „Warum nehmen sich diese Fremden raus, mir ungefragt Tipps zu geben? Ist es so schwer zu verstehen, dass es weder ihre Aufgabe noch ihr Recht ist, meinen Körper zu kommentieren?“

Begriffe wie „Pummelchen, zu dick, unattraktiv, abstoßend, fette Sau“ seien für eine „Frau, die sich politisch äußert, gerade als dicke Frau“ beinahe alltägliche Beleidigungen, so Lang bereits im Jahr 2018. Im Laufe der Zeit habe sie sich aber „einen ganz guten Panzer zugelegt“, sagte die frauenpolitische Sprecherin ihrer Partei in einem Interview mit der „Zeit“.