Rechtsextreme Gruppe plante „bürgerkriegsähnliche“ Zustände – Hauptangeklagter will schweigen

Sehen Sie im Video: Prozessauftakt gegen rechtsextreme Gruppe – Angeklagte wollten „bürgerkriegsähnliche“ Zustände.

Prozessauftakt in Stuttgart am Dienstag vor dem Oberlandesgericht: Angeklagt sind zwölf Verdächtige. Die Ermittler werfen ihnen vor, eine rechtsextreme Organisation mit dem Ziel gegründet zu haben, Anschläge gegen Politiker, Asylbewerber und Muslime zu verüben. Gerichtssprecher Matthias Merz sagte: „Den Angeklagten wird vorgeworfen, eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet zu haben und Mitglied dieser Vereinigung gewesen zu sein. Zwei der Angeklagten sind wegen sogenannter Rädelsführerschaft angeklagt, ein weiterer Angeklagter soll diese Organisation unterstützt haben.“ Verteidigungs-Anwalt Daniel Sprafke sagte zu seinem Herangehen: „Die Strategie für uns wird nach eingehender Beratung sein, dass sich Herr N. erst einmal schweigend verteidigt. Ob er sich im Rahmen der Hauptverhandlung noch einmal zur Sache äußern wird, können wir noch nicht sagen. So etwas ist vorerst nicht geplant.“ Die Staatsanwaltschaft äußerte, vier der Verdächtigen hätten im September 2019 eine „terroristische Vereinigung“ gegründet und sich regelmäßig telefonisch und in Online-Chart-Foren und Chat-Gruppen getroffen und kontaktiert. Sie hatten demzufolge keinen unmittelbaren Plan, einen Anschlag zu verüben. Die anderen acht Männer waren wegen des Verdachts festgenommen worden, die Organisation mit Geld und Waffen unterstützt zu haben, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Die Verdächtigen wollten mit ihren Anschlägen eine bürgerkriegsähnliche Atmosphäre der Angst schaffen, hieß es weiter.