Raisin Invest im Test: Erfahrungen mit dem günstigen Robo-Advisor von Weltsparen

Rasin Invest (WeltInvest) – der Test­bericht

Raisin Invest bietet ausschließlich ETFs und Indexfonds von Vanguard an, einem der größten ETF-Anbieter der Welt. Auch Stiftung Warentest ist von Vanguard-ETFs überzeugt und zeichnet unter anderem den Vanguard FTSE All-World ETF als auch den Vanguard FTSE Developed World ETF als ETF „erster Wahl“ aus. Doch das ist nicht der einzige Unterschied, den Raisin Invest (früher WeltInvest) gegenüber anderen Anbietern hat.

Raisin Invest: Robo-Advisor stellt keine Risikofragen

Wer Kunde bei Raisin Invest werden möchte, muss entweder einmalig 500 Euro einzahlen oder einen Sparplan mit mindestens 50 Euro monatlich erstellen. Im Gegensatz zur Konkurrenz, die teilweise eine Einmal-Einzahlung von 5.000 Euro oder mehr verlangt, ist das vergleichsweise günstig.

Doch bevor Sie das Geld einzahlen, müssen Sie sich zunächst für eine der vier Anlagestrategien entscheiden – und hier wird es interessant: Denn im Vergleich zu anderen Robo-Advisors, die Ihnen eine Anlagestrategie anhand Ihres Risikoprofils empfehlen, müssen Sie sich selbst für eine entscheiden.

Info: In der Regel müssen Kunden vor dem Abschluss eines Vertrages mehrere Fragen hinsichtlich der Risikobereitschaft, des Einkommens und einiges mehr beantworten. Danach wählt der Robo-Advisor eine Anlagestrategie aus und die lässt sich in der Regel nicht manuell ändern, sondern nur nach Absprache mit einem Berater. Da der Sinn eines Robo-Advisors ja darin liegt, auch einem Laien den Zugang zur Börse leichter zu machen.

Raisin Invest verzichtet darauf, lässt Sie das selbst entscheiden und investiert danach aber automatisch Ihr Geld anhand der von Ihnen gewählten Strategie in verschiedene ETFs und Indexfonds.

Rebalancing einmal im Jahr

Ist das Geld des Kunden investiert, passt Raisin Invest das Depot nicht ständig an, sondern führt lediglich ein mal im Jahr ein klassisches Rebalancing durch. Dort wird es dann der ursprünglichen Anlagestrategie nochmal angepasst und es werden entweder Aktien gekauft oder wieder verkauft, damit das Verhältnis im Depot wieder stimmt.

Weltsparen-Mitgründer Tamaz Georgadze sagte damals, dass er nicht daran glaube, dass der Mensch dauerhaft den Markt schlagen könne und alle menschlichen Eingriffe auf Dauer eher unproduktiv seien.

Das kostet der Robo-Advisor Raisin Invest

Auch mit den Kosten kann Raisin Invest (ehemals WeltInvest) im Vergleich zur Konkurrenz punkten: Der Robo-Advisor verlangt eine Gebühr von insgesamt 0,48 Prozent p.a. – diese setzen sich aus 0,33 Prozent Transaktionskosten und 0,15 Prozent Fondskosten zusammen. In unserem Robo-Avisor-Vergleich haben wir berechnet, was Sie 50.000 Euro mit der Anlagestrategie „Raisin Invest 50“ kostet: 165 Euro jährlich inklusiver aller Kosten.

So setzt sich das Depot bei Raisin Invest zusammen

Auf der Seite von Raisin Invest ist aufgelistet, wie sich das Depot zusammensetzt. Die Aktien- und Fondsanteile werden je nach Anlagestrategie unterschiedlich gewichtet, doch alles in allem ist das Depot ziemlich breit gestreut und setzt sich wie folgt zusammen:

Aktien: 38 Prozent Nordamerika, 20 Prozent Europa, 20 Prozent Schwellenländer, 10 Prozent mittelständische Unternehmen, 7 Prozent Japan, 5 Prozent Asien

Anleihen: Rentenindexfonds, der weltweit Anleihen kauft und dessen Währungsrisiken in Euro abgesichert sind.