Postbank verlangt Strafzinsen schon ab 25.000 Euro

Die Ersparnisse sind in der Coronapandemie bei vielen Menschen gewachsen, doch Zinsen erhalten die Menschen dafür längst nicht mehr. Hunderte Banken erheben bereits Strafzinsen, nun hat die Postbank die Freibeträge für ihre Spareinlagen deutlich abgesenkt.

Neue Privatkunden des Instituts müssen künftig schon bei deutlich geringeren Beträgen für Geld auf der Bank bezahlen als bisher. Ab dem 21. Juni verlangt die Deutsche-Bank-Tochter bei neu abgeschlossenen Verträgen nach eigenen Angaben Verwahrentgelte auf Giro- und Anlagekonten ab einem Betrag von 50.000 Euro und auf Tagesgeldkonten ab 25.000 Euro. Bisher lag der Freibetrag bei 100.000 Euro. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« hatte zuerst über die Pläne berichtet.

Für Spareinlagen bei Konten der Konzernmutter Deutsche Bank seien vorerst keine Änderungen geplant, sagte ein Sprecher. »Wir haben die Marktentwicklung im Blick und entscheiden zu gegebener Zeit über das weitere Vorgehen.« Die Deutsche Bank stellt Kunden ab einem Betrag von 100.000 Euro Strafzinsen in Rechnung.

Banken geben Kosten an die Kunden weiter

Für Geschäftsbanken fallen derzeit 0,5 Prozent Zinsen an, wenn sie Gelder bei der Europäischen Zentralbank parken. Zwar gibt es für bestimmte Summen Freibeträge, trotzdem bleibt dies für die Branche eine finanzielle Belastung. Daher geben Geldhäuser die Kosten vermehrt ganz oder teilweise in Form von Negativzinsen an ihre Kunde weiter.

Lange Zeit wurden Strafzinsen vor allem bei großen Summen ab 100.000 Euro erhoben. Mittlerweile verlangen die meisten Institute negative Zinsen schon ab niedrigeren Gesamtguthaben. Nach dem Schritt der Postbank könnten weitere Banken folgen.