Peinliches aus Schwesig-Tollstein

»Ministerium lässt Corona-Zertifikate an Schüler verteilen
Mit einem Sonder-„Zertifikat“ will das Bildungsministerium allen rund 150.000 Schülern in Mecklenburg-Vorpommern dan­ken. Lob und Anerkennung gibt es für den Einsatz in der Pandemie. Doch die Aktion kommt nicht über­all gut an.
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ndr.de (9.6.)

»Zertifikat“ ist das Papier mit dem MV-Landeslogo rechts oben in der Ecke über­schrie­ben. Es erin­nert an eine Sieger-Urkunde nach schweiß­trei­ben­den Sport-Wettbewerben. Allerdings: Der Textanteil ist deut­lich grö­ßer, die Zeile für Platzierung und Schülernamen fehlt, denn rich­tig gewon­nen hat im Pandemie-Jahr eigent­lich nie­mand. In dem Zertifikat, dass zum Schuljahresende ver­teilt wer­den soll, heißt es in der Version für Schüler bis zur 10. Klasse: „Du hast die­se schwie­ri­ge Corona-Zeit gemeis­tert und dabei ganz beson­de­re Fähigkeiten gelernt, die für dei­ne Zukunft wert­voll sind…“«

Einige Reaktionen: „CDU-Bildungsexperte: Symbolischer Akt, der nie­man­dem hilft„, „Landesschülerrat: Sinnloser ‚Zettel im Zeugnis‘„.

»Auch der Vorsitzende des Landeselternrates, Kay Czerwinski, hat Bedenken. Es sei doch viel zu früh, jetzt schon zu sagen, dass die Kinder die Krise gemeis­tert hätten.«

Noch lächer­li­cher macht sich wie­der mal das Schulpersonal:

»Lehrerin: Gefahr, sich lächer­lich zu machen
Pädagogische Bedenken kom­men dage­gen von einer Praktikerin. Heike Walter, Leiterin der Schulleitungsvereinigung, fin­det die Idee des Corona-Zertifikats nicht schlecht. Sie meint aber, wenn ein Lehrer Dank und Anerkennung durch die Bank an alle gebe, lau­fe er Gefahr, sich lächer­lich zu machen. Denn nicht alle hät­ten sich an die Regeln gehal­ten. Ein Rund-Um-Lob kom­me nicht an. Es soll­te nur an die gehen, die es tat­säch­lich ver­dient hätten.«

Author: aa