Koalition einigt sich auf gr��ere Steuervorteile f�r Startup-Mitarbeiter

Das Fondsstandortgesetz bestrebt, Deutschland als Gr�ndungsstandort im internationalen Vergleich eine gute und m�glichst attraktive Position zu sichern: Je besser die rechtlichen Grundlagen f�r Firmenneugr�ndungen, desto eher gr�nden (internationale) Top-Talente in Deutschland Firmen mit hohen Erfolgschancen – was wiederum die Wirtschaft ankurbelt. Die Koalition CDU/CSU und SPD hat sich im April auf die konkreten Neuerungen dieses Gesetzes geeinigt. Das neue Fondsstandortgesetz ist nun an europarechtliche Vorgaben angepasst und bietet Startup-Mitarbeitern mit Kapitalbeteiligung gr��ere Steuervorteile als zuvor.

Bisher galt ein Steuerfreibetrag �ber 360 Euro

Bislang stand Startup-Mitarbeitern mit Kapitalbeteiligung f�r Einnahmen aus dieser Beteiligung ein j�hrlicher Steuerfreibetrag in H�he von 360 Euro zur Verf�gung. In einem viel kritisierten Gesetzesentwurf (19/27631) war zun�chst eine Verdopplung dieses Freibetrags auf 760 Euro vorgesehen. In der Pressemitteilung des Deutschen Bundestags zu diesem Gesetzesentwurf hei�t es au�erdem: „F�r Arbeitnehmer von Startups soll in das Einkommensteuergesetz eine Regelung aufgenommen werden, nach der die Eink�nfte aus der �bertragung von Verm�gensbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers zun�chst nicht besteuert werden. Erst bei einem Verkauf der Anteile, einem Ausscheiden aus dem Unternehmen oder ansonsten nach zehn Jahren soll die Einkommensteuer auf den Wert der Beteiligung f�llig werden“.

Mitte April: Gesetzesentwurf der Bundesregierung wird viel kritisiert

Kritisiert wurde dieser Entwurf von vielen Seiten, einer der Kritiker ist Christian Miele vom Bundesverband Deutsche Startups. Er merkte laut Pressemitteilung einerseits an, die genaue Formulierung w�rde bei der Umsetzung der neuen Regelung f�r Startups einen sehr gro�en b�rokratischen Aufwand bedeuten und andererseits, dass der Steuerfreibetrag zeitlich begrenzt ist: Der Gesetzesentwurf sah nur eine Stundung vor – nach sp�testens zehn Jahren, einer Ver�u�erung, dem Scheitern des Unternehmens oder dem Austritt aus der Firma m�ssten Mitarbeiter die Steuern dann nachzahlen, was die Regelung unattraktiv mache, so die Kritik von Christian Miele.

Einigung der Bundesregierung: Neues Fondsstandortgesetz gilt ab 1. Juli 2021

Angesichts der vielen Kritik aus verschiedenen Richtungen hat die Bundesregierung den Gesetzesentwurf zugunsten der Startup-Mitarbeiter erneut bearbeitet und beschlossen, dass diese Bearbeitung am 1. Juli 2021 in Kraft treten soll. Antje Tillman, finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU wird auf ihrer Website wie folgt zitiert: „Die Besteuerung erfolgt erst im Zeitpunkt der Ver�u�erung, sp�testens [aber] nach zw�lf Jahren. Bis zu einem Wert von j�hrlich 1.440 EUR k�nnen Unternehmensbeteiligungen sogar g�nzlich steuerfrei �bertragen werden“. Damit wurde der Steuerfreibetrag erneut verdoppelt und die Stundung von dar�berhinausgehenden Einnahmen um zwei Jahre verl�ngert. Auch der b�rokratische Aufwand, genauer das Bewertungsverfahren, sei verringert worden: Bei der �bertragung von Unternehmensbeteiligungen k�nne man ab Juli dieses Jahres beim Finanzamt verlangen, den exakten Wert der Beteiligung zu best�tigen – was auch sp�teren Uneinigkeiten �ber den Wert vorbeuge.

Die neue Regelung gilt f�r alle Unternehmensbeteiligungen von Startup-Mitarbeitern, die ab dem 1. Juli abgeschlossen werden. Ob der Gr�ndungsstandort Deutschland durch diese Neuerung f�r internationale Top-Talente tats�chlich so viel attraktiver und das Auswirkungen auf die deutsche Startup-Branche haben wird, bleibt abzuwarten – Startup-Mitarbeiter k�nnen sich in jedem Fall �ber den neuen Steuerfreibetrag freuen.

Olga Rogler / Redaktion finanzen.net

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