Klimas�nder Bitcoin oder Bargeld?

� Kryptow�hrungen mit hohem Energiebedarf
� Diffuse Studienlage zu konkreten Daten
� Niederl�ndische Zentralbank l�sst Bargeld-Klimaauswirkungen untersuchen

Kryptow�hrungen und das Klima: Immer wieder stehen Digitalw�hrungen in der Kritik, eine schlechte Umweltbilanz aufzuweisen. Dass dem so ist, liegt in der Konzeption der Cyberdevisen. Denn um die Bl�cke der den Kryptow�hrungen zugrundeliegenden Blockchain-Technologie sch�rfen zu k�nnen, ist viel Rechenleistung n�tig – und das frisst ordentlich Strom. Doch nicht nur das Minen an sich ist energieintensiv, auch jede einzelne Transaktion mit einer Internetw�hrung verbraucht viel Energie. Dar�ber hinaus sind f�r das professionelle Sch�rfen mittlerweile Spezialrechner vonn�ten, die einzig zu diesem Zweck geschaffen werden. Es hat sich dementsprechend schon eine ganz eigene Mining-Industrie entwickelt, die ihren eigenen Kreislauf von Elektroprodukten besitzt.

Doch neben dem hohen Stromverbrauch und der eigenen Elektroproduktion f�llt bez�glich der Klimabilanz besonders ins Gewicht, dass der besagte Strom eben nicht aus erneuerbaren Energien erzeugt, sondern stattdessen mithilfe fossiler Brennstoffe geschaffen wird. Wie Block Builders schreibt, w�rden 65,08 Prozent der monatlichen Bitcoin-Hashrate in China erreicht, wo insbesondere g�nstiger Kohlestrom f�r die Energieversorgung genutzt wird – zulasten des Klimas.

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Unklarheit �ber konkrete Daten zum Bitcoin-Energieverbrauch

Wie gro� genau der Stromverbrauch durch das Bitcoin-Netzwerk jedoch tats�chlich ist, dazu herrscht aktuell eine etwas diffuse Studienlage. So hat Alex de Vries von der Erasmus Universit�t Rotterdam berechnet, dass die Ur-Cyberdevise j�hrlich einen Energieverbrauch von 124,12 TWh besitzt. Der j�hrliche CO2-Fu�abdruck betr�gt 58,96 Mt. Dar�ber hinaus w�rden pro Jahr 15,15 Kilotonnen Elektroschrott produziert. Die Universit�t Cambridge hingegen hat ermittelt, dass der j�hrliche Bitcoin-Stromverbrauch rund 143,67 Terawattstunden betr�gt, wie Block Builders schreibt. Analyst Dan Hold von ARK Invest hingegen hat ausgerechnet, dass das Bitcoin-Mining j�hrlich 50,8 Terawattstunden an Energie verbrauche. Die unterschiedlichen Zahlen kommen zustande, da eben keine verl�sslichen Daten dazu bestehen, wo genau die Bitcoin-Miner tats�chlich sitzen und wie gro� der Anteil an erneuerbaren Energien in ihrem Strommix wirklich ist. Es handelt sich also in jedem Fall lediglich um Sch�tzungen.

Niederl�ndische Zentralbank will es genau wissen

Wenn also Kryptow�hrungen vermeintlich sch�dlich f�r die Umwelt sind, stellt sich die Frage, wie es um konventionelle Zahlungsmethoden bestellt ist und ob diese tats�chlich so viel umweltfreundlicher sind. Das wollte auch die Niederl�ndische Zentralbank herausfinden und hat zu diesem Zweck eine Studie zu dem Lebenszyklus von Bargeld in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen des Niederl�ndischen Zahlungssystem mit Bargeld auf die Umwelt und das Klima untersuchen sollte. Dabei wurde der gesamte Lebenszyklus von Geldm�nzen sowie -noten in die Betrachtung mit einbezogen, also von der Herstellung von Papier, Folie, etc, �ber das Bedrucken, Transportieren und Nutzen im Alltag bis hin zum Vernichten. Dies wurde dann zwar nicht mit dem Bitcoin, jedoch mit der Nutzung von Kreditkarten verglichen. Ausgerechnet wurde all dies f�r das Jahr 2015.

Dabei kam das Forschungsteam zu dem Ergebnis, dass das niederl�ndische Zahlungssystem mit Bargeld das Klima j�hrlich mit 17 Millionen kg CO2-�quivalenten (CO2e) belasten w�rde. Auf eine Bargeld-Transaktion heruntergebrochen w�rde dies 4,6g CO2e bedeuten. Laut dem Krypto-Blog von Alex de Vries, Digiconomist, entspricht eine Bitcoin-Transaktion einem Kohlenstoff-Fu�abdruck von 717,54 kg CO2 und ist damit um ein Vielfaches h�her. Nat�rlich ist der Energieverbrauch des niederl�ndischen Bargeldsystem nicht direkt mit dem gesch�tzten Energiebedarf der Bitcoin-Industrie weltweit vergleichbar. Wie das Nachrichtenportal Basic Thinking schreibt, dient die Rechnung jedoch zur Veranschaulichung zur Frage, was umweltsch�dlicher sei, Bargeld oder Bitcoin.

Cyberdevisen m�ssen nicht f�r immer umweltsch�dlich bleiben

Auch ist zu sehen, dass es einige Krypto-Anbieter gibt, die schon jetzt auf umweltfreundlichere Methoden setzen, um Kryptow�hrungen zu generieren. So berichtet Block Builders �ber das Krypto-Unternehmen Genesis Mining, das die beim Sch�rfen von Cyberdevisen entstehende W�rme nutzt, um Gew�chsh�user damit zu beheizen. Dass Kryptow�hrungen aktuell noch einen hohen Energiebedarf und gro�en CO2-Fu�abdruck haben, bedeutet nicht, dass es immer so bleiben muss.

Redaktion finanzen.net

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