Hürden bei Antragstellung für Schwerarbeitspension – AK-Kalliauer: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist unumgänglich!“

  • In unserer Beratungspraxis bemerken wir immer wieder, dass zu sehr darauf vertraut wird, dass Dienstgeber die Formulare richtig ausfüllen

    AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer

    1/4

  • Schwer arbeitenden Menschen stehen besondere soziale Absicherungen z

    AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer

    2/4

  • Die Beweislast liegt bei den Versicherten! Das heißt, die Antragstellung sollte gut vorbereitet sein. Die Fragebögen zur Meldung von Schwerarbeit werden von den Dienstgebern zum Teil nur oberflächlich ausgefüllt.

    AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer

    3/4

  • Nehmen Sie nicht alles hin, was die Firma ausfüllt und reden Sie mit dem Betriebsrat oder der Arbeiterkammer. Außerdem muss die 15 Jahre alte Schwerarbeitsversordnung endlich an die sich verändernden Arbeitsbedingungen angepasst werden

    AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer

    4/4

Linz (OTS) Um eine Schwerarbeitspension (oder „Hackler-Schwerarbeitspension“) zu erhalten, ist es unter anderem notwendig, zehn Jahre Schwerarbeit in den letzten 20 Jahren vor dem Pensionsstichtag geleistet zu haben. Zu prüfen ist, ob in diesen Monaten die Voraussetzungen für das Vorliegen von Schwerarbeit gegeben sind. Das größte Problem dabei ist die Beweisbarkeit. „In unserer Beratungspraxis bemerken wir immer wieder, dass zu sehr darauf vertraut wird, dass Dienstgeber die Formulare richtig ausfüllen“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, der außerdem eine Anpassung der 15 Jahre alten Schwerarbeitsverordnung fordert.

Schwer arbeitenden Menschen stehen besondere soziale Absicherungen zu“, erklärt Kalliauer den Hintergrund der Schwerarbeitspension mit einem möglichen Antrittsalter von 60 Jahren. Die Beurteilung von Schwerarbeitszei­ten erfolgt ausschließlich im Einzelfall im Rahmen ei­nes Feststellungs- bzw. Pensionsverfahrens. Der Dienstgeber hat eine Meldepflicht vorliegender Schwerarbeitszeiten – ab der Vollendung des 35. bzw. 40. Lebensjahres. Er hat jedoch keine Prüfpflicht im Sinne der Schwerarbeitsverordnung. Die Pensionsversicherungsanstalt kann – trotz Dienstgebermeldung – das Vorliegen von Schwerarbeitszeiten verneinen, aber auch Schwerarbeitszeiten feststellen, wenn keine Meldung vorliegt.

Präsident Kalliauer: „Die Beweislast liegt bei den Versicherten! Das heißt, die Antragstellung sollte gut vorbereitet sein. Die Fragebögen zur Meldung von Schwerarbeit werden von den Dienstgebern zum Teil nur oberflächlich ausgefüllt.

Die AK OÖ rät daher: Arbeitszeitaufzeichnungen, Arbeitsplatzbeschreibung, Tätigkeitsprofil und Fotodokumentationen bis hin zu einem Arbeitstagebuch und Zeugenaussagen unterstützen die Beweisführung. Betriebsräte/-innen sollten mit einbezogen werden, um realistische Tätigkeitsbeschreibungen zu erstellen und veraltete Profile zu korrigieren.

Nehmen Sie nicht alles hin, was die Firma ausfüllt und reden Sie mit dem Betriebsrat oder der Arbeiterkammer. Außerdem muss die 15 Jahre alte Schwerarbeitsversordnung endlich an die sich verändernden Arbeitsbedingungen angepasst werden“, so Kalliauer.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Dr. Walter Sturm
Kommunikation
+43 (0)664/54 55 984
walter.sturm@akooe.at
ooe.arbeiterkammer.at