Henrik Enderlein ist tot – Ex-Präsident der Hertie School starb im Alter von 46 Jahren

Noch im April 2020 veröffentlichte er einen Essay im SPIEGEL über Europa in der Coronakrise. Er warnte: »Deutschland verkennt die historische Größe der Aufgabe und verzwergt sich in der Rolle des Strebers, der nicht helfen kann, ohne zu belehren.« Nun ist Henrik Enderlein gestorben, wie die Hertie School of Governance mitteilte, deren Präsident er gewesen war. Der Ökonom wurde 46 Jahre alt. Der Grund für seinen frühen Tod: Ein Krebsleiden, das er im Februar dieses Jahr selbst öffentlich gemacht hatte.

Ausgebildet am Pariser Institut Science Po und der Columbia University in New York machte der überzeugte Europäer schnell Karriere: Er arbeitete am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und für die Europäische Zentralbank (EZB) sowie als Professor an der Freien Universität Berlin.

Zudem war er Gründungsdirektor des an der Hertie School of Governance beheimateten »Jacques Delors Centre«. Den deutsch-französischen Beziehungen galt folglich sein besonderes Interesse und Engagement.