Gürtelrose als Folge der Corona-Impfung?

Person zieht COVID-19-Impfung in Spritze - Ist Gürtelrose eine mögliche Nebenwirkung?

Erhebungen aus der Schweiz und Israel zeigen, dass neben den bekannten schweren Impfreaktionen des Corona-Impfstoffs wie Thrombosen oder Gesichtslähmungen auch Gürtelrose eine mögliche Folge der Impfung sein kann.

Gürtelrose nach Corona-Impfung: Schweiz prüft gemeldete Fälle

Das Schweizerische Heilmittelinstitut prüft derzeit unter anderem 121 gemeldete Fälle von Gürtelrose. Die Mehrzahl der Herpes Zoster Ausbrüche nach der Impfung sind bei Frauen aufgetreten (68,4 Prozent). Männer waren seltener (28,2 Prozent) betroffen, zudem gaben einige Personen das Geschlecht nicht an. 
In Israel wurden Fälle von Gürtelrose nach der Verabreichung des BionTech/Pfizer-Impfstoffs bereits im Dezember 2020 gemeldet. Betroffene Personen litten laut diesen Meldungen aber vorher bereits an rheumatischen Autoimmunerkrankungen.

Herpes Zoster kann nach Impfungen ausbrechen

Gürtelrose wird durch das Herpesvirus Varizella Zoster ausgelöst, weshalb die Erkrankung auch als Herpes Zoster bekannt ist. Meist erfolgt eine Infektion bereits im Kindesalter und verursacht die stark juckenden Windpocken. Nach Abklingen der Erkrankung verschwindet das Virus allerdings nicht: Es schlummert weiterhin über Jahre im Körper, genauer in den Nervenzellen.
Wird das Immunsystem geschwächt – zum Beispiel im Zuge einer Impfung oder durch Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten – kann das Herpesvirus wieder aktiv werden. Dann löst es mitunter den schmerzhaften, streifenförmigen Hautausschlag aus. Die Bläschen des Herpes Zoster treten meist auf einer Körperseite auf. Gürtelrose nach der Corona-Impfung ist also durchaus möglich, tritt aber nur bei Menschen auf, die Varizella Zoster bereits im Körper tragen.
Seit 2004 können Kinder gegen Windpocken im Zuge der Vierfachimpfung MMRV geimpft werden. Dadurch besteht auch ein Schutz vor Gürtelrose. 2018 wurde ebenfalls ein Impfstoff für Personen ab 50 Jahren (auch ab 18 Jahren mit erhöhtem Herpes Zoster Risiko) zugelassen. Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt diesen für Personen ab 60 Jahren.

Aktualisiert: 04.06.2021 – Autor: Romina Enz, Medizinredakteurin und Biologin