Fürther OB: Ein bisschen Kritik an Spahn darf sein

nordbayern.de (9.6.)

»Nach der aus­ge­las­se­nen Feier waren Befürchtungen laut gewor­den, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Fürth wie­der stei­gen könn­te. Zumal Stadt, Verein und Polizei wegen der damals noch ange­spann­ten Corona-Lage im Vorfeld an Fürtherinnen und Fürther appel­liert hat­ten, ver­nünf­tig zu sein und zuhau­se mitzufiebern.

Die Sorgen haben sich bis­lang aber als unbe­grün­det ent­puppt: Der Wert sank seit dem 23. Mai (82,5) sogar deut­lich, ges­tern lag er bei 29,6. Damit hät­te auch Fürths OB nicht gerech­net. Er hat des­halb einen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Lothar Wieler, den Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), geschrie­ben. „Es gab kei­ner­lei erkenn­ba­re Auswirkung der uner­laub­ten Menschenansammlungen, die im Freien erfolg­ten“, heißt es darin.

So sehr ihn die­se Entwicklung freue, so sehr über­ra­sche sie ihn. Er for­dert: Wenn Regelverstöße hun­dert­fach mög­lich sei­en ohne jeden Einfluss auf die Inzidenz, „dann soll­te dies einer nähe­ren Untersuchung auf Bundesebene zuge­führt werden“.

Wenn das glei­che Phänomen auch in ande­ren Aufstiegsstädten beob­ach­tet wer­de, kön­ne eine sol­che Erhebung, bei­spiels­wei­se durch das RKI, wert­vol­le Hinweise lie­fern. „Es geht mir dabei vor allem um die Ermöglichung von kul­tu­rel­len, sport­li­chen oder Eventveranstaltungen unter frei­em Himmel“, so Jung. Seinen Brief will er als Anregung statt als Kritik an den bis­he­ri­gen Entscheidungen der Bundesregierung ver­stan­den wis­sen…«


Wie halb­her­zig die Kritik ist, ver­deut­lich die­se Meldung:

»Trotz sinkender Inzidenz: Fürth hält an der Maskenpflicht fest

… Die Stadt Fürth hat sich – trotz ste­tig sin­ken­der Inzidenz (Dienstag: 28,8) – dazu ent­schie­den, zwei Schutzmaßnahmen im Stadtzentrum beizubehalten.

Festgehalten wur­den sie in einer Allgemeinverfügung, die am Dienstag, 8. Juni, in Kraft getre­ten ist. Sie ver­bie­tet an den fol­gen­den, viel fre­quen­tier­ten Orten wei­ter­hin den Alkoholkonsum rund um die Uhr und schreibt dort das Tragen einer Maske mon­tags bis frei­tags von 7 bis 19 Uhr und sams­tags von 10 bis 16 Uhr vor:…

Die Maskenpflicht in der Innenstadt zu ver­län­gern, schien „nur fol­ge­rich­tig“, so Tölk [Chef des Ordnungsamts], in einer Zeit, in der das Zentrum wegen Lockerungen – etwa im Einzelhandel und in der Gastronomie – mehr Menschen anzieht. Mit Schrecken den­ke man zurück an die Tage in Fürth, als die Inzidenz über­durch­schnitt­lich hoch war. Den Spitzenwert ver­mel­de­te das Robert-Koch-Institut am 26. April mit 300,4. Man will also bes­ser Vorsicht als Nachsicht wal­ten lassen.

Andere Regelungen, die den vie­len Corona-Neuinfektionen geschul­det waren, sind dage­gen zwi­schen­zeit­lich weg­ge­fal­len. Wieder erlaubt ist bei­spiels­wei­se der Verkauf von offe­nen alko­ho­li­schen Getränken; auch die erwei­ter­te Maskenpflicht in Betrieben ist Geschichte. Eigens ver­kün­den muss die Stadt das nicht, die Allgemeinverfügungen lie­fen ein­fach aus.«
nordbayern.de (8.6.)

Author: aa