EMA empfiehlt Corona-Impfstoff ab 12 Jahren – STIKO-Empfehlung noch offen

Jugendlicher erhält Impfung© Getty Images/Westend61

Heute hat die EMA die Empfehlung des Corona-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer ab 12 Jahren ausgesprochen – bisher ist er erst ab 16 zugelassen. Nun fehlt nur noch die offizielle Zulassung durch die EU-Kommission. Auch andere Hersteller führen Impf-Studien mit Kindern und Jugendlichen durch, bei denen die Wirksamkeit und vor allem Sicherheit der Impfstoffe für junge Menschen überprüft werden soll. Diese Zulassungserweiterung ist ein wichtiger Schritt hin zur Impfung von Jüngeren.

Kontroverse Diskussion um Impfung von Kindern und Jugendlichen

Nach Abwägen des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von Impfungen spricht in Deutschland die Ständige Impfkommission (STIKO) vom Robert Koch-Institut (RKI) entsprechende Empfehlungen für die Bevölkerung aus. Aktuell berät die STIKO hinsichtlich der Frage, ob Kinder und Jugendliche in naher Zukunft ebenfalls einen der bisher verfügbaren Corona-Impfstoffe erhalten sollen.

Als Begründung gegen eine Impfempfehlung wird immer wieder ins Feld geführt, dass Kinder und Jugendliche überwiegend nicht schwer an COVID-19 erkranken. Vielmehr soll der Fokus darauf liegen, ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen zu schützen, die ein hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben.

Außerdem scheinen bislang bekannten Untersuchungen zufolge Kinder im Kita- und Grundschulalter das Infektionsgeschehen nicht maßgeblich voranzutreiben. Vielmehr können sie indirekt geschützt werden, indem mit der Zeit eine ausreichende Menge der Erwachsenen gegen Corona geimpft ist und das Infektionsgeschehen dadurch stetig abnimmt.

Darum gibt es keinen Corona-Impfstoff speziell für Kinder

Die Sicherheit der Studienteilnehmer steht bei jeder klinischen Studie an erster Stelle – das gilt vor allem für junge Menschen. Deshalb werden aus ethischen Gründen in der Regel keine Studien mit neuen Wirkstoffen wie den Corona-Impfstoffen an Kindern durchgeführt. Das gilt übrigens auch für schwangere und stillende Frauen.

Normalerweise darf ein Wirkstoff oder ein Impfstoff erst dann an Kindern und Jugendlichen getestet werden, wenn bereits positive Ergebnisse aus Studien mit Erwachsenen vorliegen. Meistens finden solche Studien sogar erst dann statt, wenn der Impfstoff oder das Medikament bereits für Erwachsene zugelassen ist oder kurz davorsteht.

Genau das ist bei den bereits verfügbaren Corona-Impfstoffen nun der Fall – aufgrund der globalen Bedeutung der Pandemie finden die Studien zur Sicherheit bei Kindern bereits jetzt statt.

Aktualisiert: 28.05.2021 – Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin