Deutsche Exporte steigen trotz Wirtschaftsaufschwung nur leicht

Bereits den zwölften Monat in Folge profitieren Deutschlands Exporteure von der globalen Konjunkturerholung nach der Coronakrise. Dies ist vor allem der starken Nachfrage aus China, den USA und der EU zu verdanken. So lieferten deutsche Unternehmen im April Waren im Wert von 111,8 Milliarden Euro ins Ausland – 47,7 Prozent mehr als im schwachen Vorjahresmonat. Dabei wuchsen die Ausfuhren an den wichtigsten Exportkunden USA um 58,6 Prozent, die nach Großbritannien um 64,1 Prozent und die nach China um 16 Prozent. Das Auslandsgeschäft mit den EU-Ländern legte um 58,6 Prozent zu.

Doch mit Blick auf den Vormonat blieben die Exporte hinter den Erwartungen zurück. Gegenüber März 2021 stiegen die Ausfuhren im April nur um 0,3 Prozent, Ökonomen hatten mit 0,5 Prozent gerechnet. Die Importe fielen zugleich mit 1,7 Prozent unerwartet deutlich. Damit lagen die Exporte um 0,5 Prozent unter und die Importe 5,5 Prozent über dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ging zuletzt von einem Anstieg der Warenausfuhren um real 8,5 Prozent aus. Doch aktuell lasse die »Aufholjagd des deutschen Außenhandels« noch auf sich warten, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Er führt dies vor allem auf Lieferengpässe zurück, die zuletzt die Entwicklung der Industrie ausgebremst haben.

Nachdem die Stimmung in Exportunternehmen im vergangenen Monat stark gestiegen war, erhielt sie im Mai wegen der Rohstoffknappheit einen kleinen Dämpfer. Die vom Ifo-Institut erhobenen Exporterwartungen der Industrie sanken auf 23,0 Punkte nach 23,9 Punkten im April.

Für das laufende Jahr rechnet der BDI dennoch mit einem deutlichen Plus. Mit abnehmenden Lieferengpässen dürften Industrieproduktion und Ausfuhren wieder deutlicher steigen. Eine vollständige Erholung der deutschen Wirtschaft hänge aber maßgeblich vom Impferfolg und einem klaren Plan hin zu neuer Normalität ab.