Coronavirus-Impfstoff: EU-Behörde genehmigt Ausweitung der Biontech-Produktion

Die Impfstoffpartner Biontech und Pfizer können in ihrem Werk im belgischen Puurs die Produktion von Corona-Impfstoff weiter ausweiten. Die europäische Arzneimittelbehörde Ema empfahl am Dienstag, dort weitere Herstellungs- und Abfüllkapazitäten zu genehmigen. Dies werde »erhebliche und sofortige Auswirkungen auf die Versorgung« mit dem Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und deren US-Partner Pfizer in der EU haben, erklärte die Ema.

Eine Prüfung habe ergeben, dass die Fabrik in Puurs durchgängig Impfstoffe hoher Qualität produzieren könne. Dies ermögliche es Biontech/Pfizer, die Mengen der dort hergestellten Impfstoffe zu steigern. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüßte dies auf Twitter: »Das ist ein sehr willkommener Schritt hin zur Erhöhung unserer Produktionskapazität in der Europäischen Union und zur schnelleren Lieferung von Impfstoffen in alle Welt.«

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Inzwischen ist in Deutschland etwa jeder zweite Erwachsene mindestens einmal gegen Corona geimpft. »Insgesamt haben wir etwa 50 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland bisher mit einem ersten Impfangebot, also mit einer Erstimpfung erreichen können«, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin.

Insgesamt haben laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag 43,3 Prozent (36 Millionen) der Menschen in Deutschland mindestens eine Erstimpfung und 18 Prozent (15 Millionen) den vollen Impfschutz. Hierbei handelt es sich um den Anteil aller bisher Geimpften an der Gesamtbevölkerung. Am Montag kamen laut den Angaben 511.000 neue Impfungen hinzu. Davon waren 337.000 Zweitimpfungen – rund zwei Drittel.

Einer der Hauptgründe für das zuletzt stark anziehende Impftempo in Deutschland war, dass Biontech und Pfizer deutlich schneller ihre Produktionskapazitäten erhöhen konnten, als noch zu Jahresbeginn erwartet. Allein in den Sommermonaten Juni, Juli und August wird Biontech 50 Millionen Impfdosen an Deutschland liefern.