Corona: Olaf Scholz beharrt auf Homeoffice-Pflicht bis Ende Juni

Bundesfinanzminister Olaf Scholz lehnt Forderungen aus der Wirtschaft nach einer frühzeitigen Aufhebung der Homeoffice-Pflicht ab. Der SPD-Kanzlerkandidat beharrt darauf, dass Arbeit im Homeoffice bis Ende Juni die Regel bleiben soll. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hatte unter Verweis auf die Impffortschritte in dieser Woche eine Aufhebung der Homeoffice-Pflicht sowie der Corona-Testpflicht in Betrieben gefordert.

»Jetzt dürfen wir nicht leichtsinnig werden. Das Virus ist noch nicht besiegt. Deshalb halte ich es für absolut richtig, wie vereinbart die Pflicht zum Homeoffice beizubehalten«, sagte Scholz der »Bild am Sonntag«. Die Regelung läuft nach bisheriger Planung ohnehin am 30. Juni aus.

Grüne fordern »Recht auf selbstbestimmtes, mobiles Arbeiten«

Die Grünen fordern laut einem Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe unterdessen die Umwandlung der Homeoffice-Pflicht in ein Recht auf Homeoffice. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt legte dazu einen Drei-Punkte-Plan zur Modernisierung der Arbeitswelt nach der Coronapandemie vor. Dieser sieht den Berichten zufolge außerdem vor, Unternehmen etwa mit Investitionszuschüssen bei der Digitalisierung zu helfen und die Infrastruktur im ländlichen Raum zu stärken, um dort mehr offene Gemeinschaftsbüros zu schaffen.

»Die zum Schutz der Beschäftigten in der Pandemie eingeführte Homeoffice-Pflicht muss bei einer weiteren Entspannung der Pandemielage auslaufen«, heißt es in dem Konzept. »Eine moderne Arbeitswelt sollte für geeignete Tätigkeiten ein Recht auf selbstbestimmtes, mobiles Arbeiten beinhalten, wobei die Inanspruchnahme jederzeit freiwillig und den Beschäftigten überlassen bleibt.«

Göring-Eckardt sagte den Funke-Zeitungen: »Die Bundesregierung hat keine Rezepte für eine moderne Arbeitswelt. Nach der Krise einfach alles auf den Status quo zurückdrehen zu wollen, anstatt auf den Erfahrungen von Beschäftigten und Unternehmen aufzubauen, das ist ideenlos, kraftlos und rückständig. Um den Übergang in eine Zeit nach Corona zu gestalten, braucht es eine Zukunftsoffensive für die Arbeitswelt.«