Corona in Deutschland: Bodo Ramelow plädiert für Komplettöffnung im Herbst

Ein paar Monate darf es noch dauern, länger will Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nicht warten: »Ich glaube, wir können das Risiko der kompletten Öffnung im Herbst eingehen«, sagte der Linkenpolitiker der »Rheinischen Post«.

Zwar wisse man, dass sich bis zu 25 Prozent der Menschen nicht impfen lassen. Aber diese müssten das Risiko dann selbst tragen. Angesichts von derzeit mutmaßlich zwei Impftoten unter einer Million Geimpften in Thüringen sei das Risiko einer Impfung abschätzbar. »Normalität heißt, mit Risiken zu leben«, sagte Ramelow.

Einen konkreten Termin für umfassende Öffnungen nannte Ramelow nicht – und auch nicht, ob es seiner Ansicht nach Ausnahmen in einzelnen Bereichen geben sollte.

Ramelows Vorstoß fällt in eine Zeit sinkender Inzidenzen und Erkrankungszahlen bei gleichzeitig rasant fortschreitenden Impfungen: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben bereits mehr als 46 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest eine Erstimpfung erhalten.

Dennoch gibt es Warnungen, die Situation nicht zu unterschätzen: Der Virologe Christian Drosten hatte zuletzt gesagt, man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei. »Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein«, hatte er im Podcast »Coronavirus-Update« betont.

Auch Thorsten Lehr, Betreiber des »Covid-19-Simulators«, warnte unlängst vor Nachlässigkeit. Mehr Kontakte würden mehr Infektionen bedeuten.