Bundestagswahl: Linkenpolitiker kritisieren Lafontaine wegen Aufruf zur Nichtwahl

Seit Wochen schwelt bei den Linken im Saarland ein interner Streit über mutmaßlichen Betrug mit Beiträgen. Nun haben sich prominente Bundespolitiker in den Streit eingemischt. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, kritisierte den Vorsitzenden der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine.

»Ich finde es falsch, dazu aufzurufen, die Linke nicht zu wählen«, sagte Bartsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Lafontaine hatte dazu aufgerufen, den saarländischen Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, Thomas Lutze, nicht zu wählen.

Der ehemalige Linken-Bundesvorsitzende Bernd Riexinger äußerte sich ebenfalls kritisch. »Man kann nicht als Fraktionsvorsitzender dazu aufrufen, die eigene Partei nicht zu wählen«, sagte er dem RND. »Wenn einem der Kandidat nicht gefällt, dann muss man sich eben bemühen, Mehrheiten für einen anderen Kandidaten zu gewinnen.«

Lutze war am Sonntag bei einer Mitgliederversammlung mit 55,6 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste für die Bundestagswahl gewählt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lutze wegen des Anfangsverdachts der Urkundenfälschung. Nach Angaben der Behörde geht es dabei um Listen über Beitragszahlungen von Parteimitgliedern aus 2018 und darum, wer dort diverse Unterschriften geleistet hat. Lutze, seit 2009 Mitglied im Bundestag, hat jegliche Vorwürfe bestritten.