Brexit: Großbritannien schließt Handelspakt mit Norwegen und Island

Nach dem Austritt aus der EU hat Großbritannien sich im Grundsatz auf ein Freihandelsabkommen mit Norwegen, Island und Liechtenstein geeinigt. Dabei geht es um ein Handelsvolumen im Umfang von derzeit 21,6 Milliarden Pfund (etwa 25 Milliarden Euro), teilte die britische Regierung mit. Die Unterzeichnung des Vertrags soll in der ersten Julihälfte erfolgen.

Aus Sicht der Regierung in London soll die Nach-Brexit-Vereinbarung vor allem zum Abbau von Exportzöllen für britische Lebensmittel führen. Für Norwegen ist wichtig, dass nun unter anderem die eigenen Industrieunternehmen weiter von Zöllen befreit sind und norwegische Exportunternehmen nicht mit umständlicheren Zollverfahren konfrontiert werden als die EU-Länder.

Das Abkommen sei das erste mit den drei europäischen Ländern vereinbarte, das auch den elektronischen Handel sowie kleine Unternehmen miteinbeziehe, sagte die für den internationalen Handel zuständige britische Ministerin Liz Truss. Erwartet werde ein »bedeutender Aufschwung« beim Handel mit den drei Ländern, außerdem gehe es um Wohlstand und die Sicherung von Arbeitsplätzen, vor allem in der Fischerei angesichts des Handels mit Norwegen.

Norwegens Wirtschaftsministerin Iselin Nybø sagte, die Vereinbarung biete den Unternehmen eine lang erwartete Berechenbarkeit. »Es war eine der Hauptprioritäten sicherzustellen, dass norwegische Unternehmen einen mindestens ebenso guten Zugang zum britischen Markt haben wie die EU-Länder.« Regierungschefin Erna Solberg nannte das Abkommen »weitreichend« und »ambitioniert«.

Mit der EU hat Großbritannien bereits ein Handels- und Partnerschaftsabkommen geschlossen. Die Briten müssen allerdings noch ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit den Ländern in Europa außerhalb des Staatenbunds neu regeln.