BMW: Vom Flugmotorenhersteller zu einem der umsatzst�rksten Autobauer der Welt

� BMW produziert Flugmotoren im Zuge der Aufr�stung (1933-1943)
� Erstes BMW Mittelklassewagen-Modell „Neue Klasse“ 1961 produziert
� BMW investiert in Wasserstoffautos und Elektromobilit�t

Gr�ndung von BMW 1917

Seine Urspr�nge hat BMW in dem Flugzeugmotoren-Hersteller Rapp Motorenwerke GmbH. Der Hauptsitz der Rapp Motorenwerke befand sich in M�nchen – ebenso wie der Hauptsitz der Gustav Otto Flugmaschinenfabrik, bei der die hergestellten Flugmotoren in Flugzeuge verbaut wurden. Nachdem die Otto Flugmaschinenfabrik im Jahr 1916 insolvent ging, entstand daraus die Bayerische Flugzeugwerke AG (BFW). Auch die Rapp Motorenwerke firmierten ein Jahr sp�ter um – ab jetzt trug der Rapp Motoren-Konzern den Namen Bayerische Motoren Werke GmbH (BMW).

Im Sommer 1918 wurden die Bayerischen Motoren Werke in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt. Doch der Versailler Friedensvertrag setzte dem Bau von Flugmotoren ein j�hes Ende – aufgrund des Produktionsverbots von Flugmotoren verlegte BMW seinen Hauptschwerpunkt auf Eisenbahnbremsen und Einbaumotoren. Da dies ziemlich erfolgreich war, �bernahm die Berliner Firma Knorr-Bremse AG im Jahr 1920 die Mehrheit von BMW – als eigenst�ndiges Unternehmen traten die Bayerischen Motoren Werke zun�chst nicht mehr auf.

Zweite Gr�ndung von BMW

Doch sehen die neuen Inhaber von BMW keine Zukunft f�r den Bau von Motoren. Daher verkaufen sie die Motorenbau-Abteilung inklusive der Markenrechte 1922 zur�ck an den ehemaligen Hauptaktion�r von BMW und Flugzeugpionier Camillo Castiglioni. Dieser wechselt mitsamt den Mitarbeitern der Motorenbau-Abteilung, den Produktionsanlagen und dem Firmenlogo von BMW zu den Bayerischen Flugzeugwerken. Mit Castiglionis �bergang werden aus den Bayerischen Flugzeugwerken die Bayerischen Motorenwerke (BMW). Das Unternehmen, das sich bis dahin BMW nannte, wurde zu S�dbremse und sp�ter zu Knorr-Bremse.

Bau des ersten BMW-Motorrads

BMW war von nun an wieder ein eigenst�ndiges Unternehmen mit Sitz in M�nchen. Da das Verbot f�r Flugzeugmotoren immer noch galt, entwickelten die Ingenieure Max Friz und Martin Stolle 1923 eine neue Produktionslinie f�r BMW. Sie bauten das erste BMW-Motorrad (R 32), deren Grundkonzept bis heute fortgef�hrt wird.

BMW wird zum Automobilhersteller

1928 hatte BMW die M�glichkeit, die Fahrzeugfabrik Eisenach AG aufzukaufen und entwickelte sich so zu einem Automobilhersteller. Das erste Serienautomobil (3/15 PS bzw. DA 2) produzierte BMW am 22. M�rz 1929 in Eisenach. Der erste eigene BMW AM 1 vom Flie�band wurde 1932 gebaut, ein technisch weitaus ausgereifteres Modell als die vorherigen Autos. Auch der 303, der 1933 von Fritz Fiedler konstruiert wurde, war mit seinem Sechszylindermotor deutlich fortgeschrittener und gilt als erstes unverkennbares BMW-Automobil in der Geschichte.

BMW produziert Flugzeugmotoren f�r Aufr�stung

Zur�ck zu den Flugzeugmotoren kehrte BMW nach Machtergreifung der Nationalsozialisten unter dem Einfluss von Adolf Hitler, der die Aufr�stung von Deutschland als Hauptziel seiner Politik erkl�rte. Von nun an sollte sich BMW vor allem auf die Herstellung von Flugmotoren f�r die Luftfahrt, allen voran die Produktion des leistungsf�higen Sternmotors, konzentrieren, die zu dieser Zeit 90 Prozent des gesamten Gesch�ftsumsatzes ausmachten. Der Motor besa� 2.000 PS und galt als wichtigster Flugmotor im Rahmen der Aufr�stung. Um die St�ckzahl zu steigern, wurden in der Fertigung immer weitere Arbeiter aber auch Zwangsarbeiter und KZ-H�ftlinge eingesetzt.

BMW macht sich Namen als sportlicher Automobil-Hersteller

Auch wenn die Automobilentwicklung in dieser Zeit stark in den Hintergrund getreten war, konnten einige Neuentwicklungen zwischen 1935 und 1937 erfolgreich auf dem Markt etabliert werden, darunter der BMW 326, 327 und der Sport-Roadster 328. Letzterer wurde vor allem bekannt durch seine Erfolge bei Autorennen, beispielsweise der Mille Miglia 1940. Noch heute gilt BMW unter anderem daher als Hersteller sportlicher Automobile. Sogenannte „schwere Wehrmachtsgespanne“, Motorr�der BMW R 75 mit angetriebenem Beiwagen und gel�ndeg�ngige PKWs (BMW 325) wurden auch ungef�hr zu dieser Zeit gebaut.

BMW M�nchen produziert Kocht�pfe

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war das BMW-Werk in M�nchen komplett zerst�rt, das einzige Fahrzeug-Werk befand sich in Eisenach in sowjetischer Hand. Da nur dieses Werk die n�tigen Produktionsmittel besa�, begann sofort die Produktion von Vorkriegs-Modellen an diesem Ort. Nach einem von BMW in M�nchen angeleierten Gerichtsprozess, wurde den Eisenachern die Produktion von Automobilen unter dem Namen BMW 1951 jedoch verboten, die Firma wurde anschlie�end in Eisenacher-Motorenwerk (EMW) umbenannt.

M�nchen hatte bislang noch nie Automobile produziert. Da das BMW-Werk au�erdem stark zerbombt war, beschr�nkte sich die Firma zun�chst auf Fahrzeugreparaturen f�r das US-Milit�r und die Herstellung von Kocht�pfen. 1948 startete man einen neuen Versuch in der Motorradproduktion und entwickelte das erste Nachkriegs-Motorrad (R 24).

BMW entwickelt verlustreichen Barockengel

Den ersten Nachkriegs-PKW stellte man drei Jahre sp�ter vor: Der sogenannte „Barockengel“ BMW 501 zeichnete sich vor allem durch seine aufw�ndige Produktion und die geschwungene Karosserieform aus. Das Problem dabei war, dass BMW pro verkauftem Exemplar Expertensch�tzungen zufolge 4.000 DM Verlust pro Auto verbuchte.

Daher machten Vorstand und Aufsichtsrat von BMW den Vorschlag, BMW an die Daimler-Benz AG zu verkaufen. Trotz des 50-prozentigen Anteils der Deutschen Bank an BMW setzten sich die Gegner des Vorschlags, eine Gruppe aus Belegschaft, Betriebsr�ten und Kleinaktion�ren, gegen diese durch, indem sie die fehlerhafte Bilanz des Konzerns anfochten.

Quandt-Gruppe finanziert Mittelklassewagen

Wegen fehlender Finanzierungsm�glichkeiten hatte BMW lange keine M�glichkeit, den f�r ein erfolgreiches Gesch�ft ben�tigten Mittelklassewagen zu entwickeln. Nachdem Herbert Quandt 1960 jedoch mit seiner Quandt-Gruppe 60 Prozent des Kapitalanteils �bernahm, verlor die Deutsche Bank nicht nur ihren Einfluss, sondern ab diesem Zeitpunkt standen auch gen�gend finanzielle Mittel zur Entwicklung eines Mittelklassemodells zur Verf�gung. Der 1961 auf den Markt gebrachte BMW 1500 der „Neuen Klasse“ f�hrte zusammen mit seinen Erg�nzungen und dem 1966 entwickelten zweit�rigen BMW zu einer erheblichen Umsatzsteigerung und einem daraus resultierenden Aufbau des Personalstocks.

Aufschwung unter von Kuenheim

Eine neue �ra begann 1970 mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Eberhard von Kuenheim. Unter seiner Leitung verzeichnete BMW enorme Aufschw�nge: Der Umsatz wuchs laut BMW von 1,7 Milliarden DM im Jahr 1970 um mehr als das 18-Fache auf 31 Milliarden DM im Jahr 1992. Auch die Mitarbeiterzahl steigerte sich von ca. 23.000 auf 71.000. Au�erdem expandierte BMW nach �sterreich, S�dafrika und in die USA.

BMW kauft Rover Group

Die Vorstellung, nur mit einem gr��eren Absatzvolumen auf dem Weltmarkt bestehen zu k�nnen, lie� BMW 1994 die britische Rover Group mit den Automarken Rover, MG, Mini und Land Rover aufkaufen. Dies erwies sich jedoch als m�glicher Fehler, da die Qualit�t und die Innovativit�t der Produkte nicht mit den Vorstellungen von BMW �bereinstimmten. Au�erdem entwickelte sich ein sogenannter Inhouse-Wettbewerb zwischen Land Rover und dem von BMW neu eingef�hrten SUV. Gesch�tzte 1,9 Milliarden DM Verlust soll dieses Projekt Medienberichten zufolge dem Automobil-Konzern eingebrockt haben, im M�rz 2000 beendete BMW daher die Zusammenarbeit und verkaufte alle Marken bis auf Mini.

Rolls-Royce-Automobile

2003 �bernahm BMW die Rechte auf die Marke Rolls-Royce-Automobile von der Rolls-Royce plc und entwickelte eine Luxus-Limousine, die den Namen „Phantom“ trug. Auch ein eigener Standort wurde f�r das Luxusauto geschaffen, Goodwood in England.

Project i erforscht Elektromobilit�t

Im Jahr 2008 nahm BMW das Thema Elektromobilit�t in Angriff. Mit dem eigens gegr�ndeten internen Unternehmen Thinktank project i, wurden die Voraussetzungen f�r die Erforschung von sicherer und effizienter Elektromobilit�t geschaffen. Bekannteste Modelle im Bereich der Elektromobilit�t sind der BMW i3, der BMW i8 sowie der Elektromotorroller BMW C.

BMW entwickelt erstes Wasserstofffahrzeug

Dass BMW in Sachen Innovationen und Entwicklungen weit vorne mitspielt, zeigt auch das n�chste Projekt, das 2009 seinen ersten Praxistest durchlief. Es handelt sich hierbei um das erste Wasserstofffahrzeug f�r den Alltagsgebrauch. Nachdem zun�chst Wasserstoff mit Hilfe von Sauerstoff f�r den Antrieb verbrannt worden war, entwickelte BMW 2015 Brennstoffzellen mit gespeichertem Wasserstoff, die Elektroautos eine Reichweite von 500 km erm�glichen k�nnen.

BMW heute

Auch heute z�hlt BMW zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. So wurde der Automobil-Konzern im Rahmen des Interbrand-Rankings der „Best Global Brands 2019“ auf Platz 11 im vergangenen Gesch�ftsjahr gew�hlt. Auch das US-amerikanische Markenbewertungsunternehmen Brand Finance platziert BMW 2020 im „Global 500 2020“ – eine Auflistung der 500 wertvollsten Unternehmen der Welt – auf Platz 30. Im letzten Gesch�ftsjahr hat BMW einen Umsatz von rund 99 Milliarden Euro erwirtschaftet. Aktueller Vorstandsvorsitzender ist Oliver Zipse.

Redaktion finanzen.net

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