Armin Laschet von NRW-CDU zum Spitzenkandidaten für Bundestagswahl gekürt

Die nordrhein-westfälische CDU hat Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet am Samstag zu ihrem Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gekürt. Der CDU-Bundesvorsitzende wurde mit 232 Jastimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt. Zwei Delegierte stimmten mit Nein. Das teilte Generalsekretär Josef Hovenjürgen mit.

Insgesamt gaben 238 Delegierte ihre Stimmen ab. Laschet kam demnach auf 97,5 Prozent. Da die CDU nur Ja- und Neinstimmen als gültig zählt, errechnete die Partei 99,1 Prozent für Laschet. Konkurrenz für den ersten Platz gab es nicht, ebenso war es bei den folgenden Listenplätzen.

Auf den zweiten Platz der Landesliste wählten die Delegierten Bundesbildungsministerin Anja Karliczek mit 94,4 Prozent der Stimmen, auf Platz drei Ralph Brinkhaus, dem 98,3 Prozent der Delegierten ihre Stimme gaben.

Laschet hat Ziel klar vor Augen

Zuvor hatte Laschet seinen Anspruch auf das Kanzleramt betont. »Ich will der nächste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden«, rief Laschet den Delegierten zu. »Ich werde das nur schaffen, wenn wir Geschlossenheit aufbringen.« Der politische Wettbewerber müsse wissen, mit wem er es zu tun habe. Er werde mit aller Kraft dafür kämpfen, dass Deutschland auch nach Kanzlerin Angela Merkel gut geführt werde.

Der größte CDU-Landesverband kam erstmals seit Beginn der Coronapandemie wieder zu einer Präsenzversammlung in einem Hotel in Düsseldorf zusammen. Die Delegierten wollten über die gesamte Landesliste mit 75 Kandidatinnen und Kandidaten final abstimmen.

CDU mit guten Umfragewerten

Die Rede in Düsseldorf nutzte er für einen Angriff auf die Grünen. Er warf ihnen ein »kleinkariertes Gucken auf Verbote« vor. Die CDU kämpfe für das »große Projekt des klimaneutralen Deutschlands«, sagte der CDU-Bundesvorsitzende und NRW-Ministerpräsident.

Die Diskussion, ob »Spritpreise so oder so« sein müssten oder innerdeutscher Flugverkehr eingeschränkt werden müsse, sei kleinteilig. Es müssten Anreize für Investitionen in klimaneutrale Produktion gesetzt werden. Die CDU wolle nicht mit »Verboten, Verzicht und Verlust« Politik machen, sondern mit »Innovation, Impulsen und Ideen«. Dazu gehöre etwa auch eine wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung. Man dürfe auch nicht glauben, dass Politik mit Verordnungen jedes Detail der Wirtschaft steuern könne, sagte Laschet.

In den Umfragen zur Bundestagswahl liegt die CDU zurzeit vor den Grünen. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen die Grünen auf 22 Prozent. Sie liegen damit klar hinter der Union, aktuell mit 29 Prozent stärkste Kraft.