Altmaier: Biontech-Impfe gegen taiwanische Chips

Versteckt in einem Artikel „Bloß kei­ne Hilfe aus China“ fin­det man die­se Information auf faz.net am 5.6. Eigentlich geht es dar­um, daß Taiwan ger­ne Dosen von Biontech gekauft hät­te. Gegen einen ent­spre­chen­den Vertrag hat­te Peking pro­tes­tiert, da die Volksrepublik Taiwan als chi­ne­si­sche Provinz ansieht – 1971 hat­te das die UNO de fac­to bekräf­tigt. Die Regierung in Taipeh hat­te Lieferungen aus der Volksrepublik abge­lehnt und steht nun unter Druck.

»Nachdem es der Regierung nicht gelun­gen war, zeit­nah genü­gend Dosen zu beschaf­fen, kün­dig­ten Terry Gou, der Gründer des Elektronik-Herstellers Foxconn und eine bud­dhis­ti­sche Vereinigung an, die Vakzine auf pri­va­tem Wege zu beschaf­fen. Abhilfe kam am Freitag aber von ande­rer Seite: Japan schick­te kurz­ent­schlos­sen 1,2 Millionen Dosen AstraZeneca nach Taipeh. „Ich bin so dank­bar, dass ich es kaum in Worte fas­sen kann“, schrieb Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen auf Japanisch auf Twitter.«

Die Pläne von Gou und der Buddhisten-Vereinigung zer­schlu­gen sich, so blei­ben vor­erst die Astra-Dosen. Interessanter als die­ses Hickhack ist aller­dings dies:

Altmaier hat sich sehr bemüht

»Präsidentin Tsai warf China ver­gan­ge­ne Woche vor, einen Vertragsabschluss, der schon im Januar unter Dach und Fach schien, ver­hin­dert zu haben. Hintergrund ist, dass das chi­ne­si­sche Unternehmen Fosun von BioNTech nach eige­nen Angaben die Exklusiv­vermarktungsrechte für China und Taiwan gekauft hat.

Inzwischen hat sich die deut­sche Regierung in die Debatte ein­ge­schal­tet. „Seien Sie ver­si­chert, dass …Wirtschaftsminister Altmaier sich in den fort­lau­fen­den Gesprächen und der Koordination zwi­schen Taiwan und BioNTech sehr bemüht hat“, schreibt der Leiter der deut­schen Vertretung, Thomas Prinz, auf Facebook. Die Regierung in Berlin habe jedoch kei­nen Einfluss auf eine Vertragsunterzeichnung. Altmaier hat­te sei­ner­seits die Regierung in Taipeh gebe­ten, sich bei den tai­wa­ni­schen Chipherstellern für schnel­le­re Lieferungen an deut­sche Autobauer einzusetzen.«

Author: aa