Aktienanleihen – mit diesen Tipps finden Sie die besten

So finden Sie die passende Aktienanleihe

Anleger sollten vor dem Kauf eine differenzierte Markteinschätzung entwickeln, denn als Anlageinstrument eignet sich die Aktienanleihe weder für stark steigende noch für stark fallende Märkte – im ersten Fall ist der Gewinn auf den Zinskupon begrenzt, im zweiten Fall wird die Rückzahlung des Kapitals unsicher. Anleger können sich hinsichtlich ihrer individuellen Risikobereitschaft und Renditeerwartung an zwei Parametern orientieren: an der Lage des Basispreises im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs und an der (Rest-)Laufzeit.

Je tiefer der Basispreis gewählt wird, desto kleiner fallen Zinskupon und mögliche Maximalrendite aus; desto größer ist jedoch gleichzeitig die Toleranz gegenüber eigenen Prognosefehlern. Auch eine negative Aktienkursentwicklung kann bei einer Aktienanleihe mit einem niedrigen Basispreis noch verkraftet werden, ohne dass Kapitalverluste entstehen. Auch ein sehr niedriger Basispreis ersetzt aber keinen Kapitalschutz.

Wer dagegen der Aktie ein gutes Kurspotenzial zugesteht und nicht mit einem Abschwung zum Laufzeitende rechnet, kann seine Erträge optimieren, indem er einen Basispreis wählt, der auf Höhe der aktuellen Notierung oder sogar darüber liegt. Die erhöhte Risikobereitschaft zieht eine höhere Maximalrendite nach sich.

Extra-Tipp: Mit der Laufzeit einer Aktienanleihe steigt grundsätzlich deren Ertragspotenzial. Dennoch sollten Anleger bedenken, dass eine Aktienanleihe eine Short-Put-Position verbrieft, die auf die Vereinnahmung einer Optionsprämie basiert – und somit vom Zeitwertverlust von Optionen profitiert. Dieser fällt gemäß Optionspreisformel nicht linear über die Optionslaufzeit an, sondern ist in den letzten drei Monaten am höchsten.

Empirisch betrachtet vollziehen sich Kurssteigerungen an Aktienmärkten zumeist langsam und kontinuierlich, während Verluste oft heftig und schnell anfallen: Je besser sich der Geschäftsverlauf eines Unternehmens vorhersagen lässt, desto geringer ist die Unsicherheit über seine Zukunft und desto niedriger wird der Markt die Volatilität einschätzen. Steigende Kurse werden also oft von rückläufiger Volatilität, fallende Kurse von steigender Volatilität begleitet. Für die synthetische, gedeckte Short-Put-Position in einer Aktienanleihe kann dies bedeuten, dass positive Effekte aus steigenden Kursen durch fallende Volatilitäten noch verstärkt werden. Umgekehrt können sich sinkende Aktienkurse auch zweifach negativ niederschlagen.

Bevor Sie sich für eine bestimmte Aktienanleihe entscheiden, sollten Sie sich immer folgende Fragen stellen:

Aktienanleihe Protect/Aktienanleihe Plus

Die Aktienanleihe Protect zahlt auch bei einem gefallenen Aktienkurs den vollständigen Nennwert zurück – Voraussetzung dafür ist aber, dass eine bestimmte Barriere während der kompletten Laufzeit niemals berührt oder unterschritten wurde. Sollte der Aktienkurs dagegen während der kontinuierlichen Beobachtung zumindest einmal die Barriere verletzt haben, dann entfällt die Protect-Funktion und das Produkt verwandelt sich in eine klassische Aktienanleihe zurück: Für die Ermittlung der Rückzahlungsart ist nun wieder einzig relevant, ob der Aktienkurs am Bewertungstag auf oder über dem Basiswert (Nennwert plus Zinsen) oder darunter (Aktienlieferung plus Zinsen) notiert.

Aktienanleihe Protect Pro/Aktienanleihe Plus Pro

Während die Barriere einer Aktienanleihe Protect während der gesamten Laufzeit niemals berührt oder unterschritten werden darf, ist der relevante Beobachtungszeitraum für die Barriere einer Aktienanleihe Protect Pro wesentlich kürzer: Er umfasst zumeist nur die letzten drei Monate, manchmal nur den letzten Monat der Laufzeit. Für das geringere Risiko zahlen Anleger allerdings einen Preis: Die Maximalrendite einer Aktienanleihe Protect Pro ist geringer als die einer ansonsten vergleichbaren Aktienanleihe Protect. Bei Verletzung der Barriere wandelt sich das Produkt – analog zur Protect-Variante – in eine klassische Aktienanleihe. Die Kuponzahlung erfolgt auch hier unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswerts.

Duo- oder Multi-Aktienanleihe

Duo- oder Multi-Aktienanleihen beziehen sich nicht nur auf einen, sondern auf zwei oder mehr Basiswerte – das ermöglicht entweder höhere Kupons oder aber tiefere Barrieren (für die Protect-Variante). Sämtliche Bedingungen müssen hier aber nicht nur von einer, sondern von allen Aktien eingehalten werden. Für jede Aktie wird ein separater Basispreis (ggf. auch eine Barriere) festgelegt; eine Verrechnung von positiven und negativen Kursentwicklungen – wie etwa in einem Aktiendepot – erfolgt nicht. Risiken werden in dieser Produktart also nicht diversifiziert, sondern akkumuliert. Daher ist diese Anlage nicht mit mehreren Anlagen in einzelnen Aktienanleihen (Protect) vergleichbar. Kommt es am Laufzeitende nicht zur Rückzahlung des Nennwerts, wird die Aktie mit der schlechtesten Kursentwicklung geliefert (Worst-of-Prinzip).

Fixkupon-Express-Zertifikat

Fixkupon-Express-Zertifikate zahlen wie Aktienanleihen einen regelmäßigen Kupon – unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswerts. Fixkupon-Express-Zertifikate werden jedoch bei Emission nicht nur mit einem festen Zinskupon, sondern zusätzlich mit einem Auszahlungslevel und einer Barriere ausgestattet. Ihre Barriere wird kontinuierlich betrachtet und darf während der gesamten Laufzeit nicht berührt oder unterschritten werden. Sollte der Aktienkurs am ersten Bewertungstag das Auszahlungslevel erreichen oder überschreiten, wird das Fixkupon-Express-Zertifikat vorzeitig fällig und zum Nennwert zuzüglich Fixkupon zurückgezahlt. Kommt es zu einer vorzeitigen Rückzahlung, erlischt das Produkt; weitere Zinsen werden nicht mehr gezahlt. Kommt es dagegen nicht zu einer vorzeitigen Tilgung, berechnet sich der Rückzahlungsbetrag bei Endfälligkeit in Abhängigkeit vom Schlusskurs des Basiswerts. Notiert dieser auf oder über dem Auszahlungslevel, umfasst die Rückzahlung Nennwert und Kuponzahlung. Liegt der Schlusskurs dagegen unterhalb des Auszahlungslevels, muss die Barriere herangezogen werden: Sofern sie im Beobachtungszeitraum niemals verletzt wurde, setzt sich der Rückzahlungsbetrag abermals aus Nennwert und Kupon zusammen. Bei einem Bruch der Barriere realisieren Anleger dagegen einen Auszahlungsbetrag, der exakt die Entwicklung eines Direktinvestments widerspiegelt – zuzüglich des Fixkupons. Eine Aktienanleihe und ein Fixkupon-Express-Zertifikat weisen also eine große Ähnlichkeit auf, unterscheiden sich aber durch die Möglichkeit der vorzeitigen Fälligkeit eines Fixkupon-Express-Zertifikats.

Quanto-Aktienanleihe (mit Wechselkurssicherung)

Notiert ein Basiswert in Fremdwährung, kann jegliche Variante einer Aktienanleihe mit einer Wechselkurssicherung (Quanto-Mechanismus) versehen werden. Diese fixiert den Wechselkurs auf das Verhältnis 1:1. Dadurch werden alle Chancen und Risiken einer Fremdwährungsanlage zugunsten erhöhter Kalkulationssicherheit ausgeschlossen.