AfD punktet in Sachsen-Anhalt vor allem bei jungen Wählenden

Die CDU hat ihren Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor allem der Generation 60 plus zu verdanken – die Jüngeren hingegen wählten vor allem AfD. So ist laut Daten der Forschungsgruppe Wahlen die AfD bei den unter 30-Jährigen stärkste Kraft, ebenso bei den 30- bis 44-Jährigen.

Bei den Jüngsten wählten 20 Prozent AfD, nur 17 Prozent CDU. Bei den 30- bis 44-Jährigen wählten gar 30 Prozent die AfD, 27 Prozent die CDU. Bei den über 60-Jährigen war hingegen die CDU mit 44 Prozent besonders erfolgreich, nur 18 Prozent entschieden sich hier für die AfD.

Die Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen basieren auf einer telefonischen Befragung unter 1471 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt in der Woche vor der Wahl sowie auf der Befragung von 15.788 Wählerinnen und Wählern am Wahltag.

Bei der Landtagswahl 2016 hatten noch 29 Prozent der unter 30-Jährigen für die AfD gestimmt – neun Prozentpunkte mehr als in der aktuellen Erhebung. Einen Zuwachs erfahren bei den Jüngsten stattdessen die Grünen. Vor fünf Jahren stimmten in der Gruppe U30 neun Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Grünen, nun sind es 13 Prozent.

Dennoch: Am beliebtesten ist die AfD bei den Menschen, die die DDR gar nicht mehr erlebt haben – oder nur als Kinder. Auch nach Geschlechtern aufgeschlüsselt gibt es in der AfD-Wählerschaft große Unterschiede: Bei den Frauen erreichen die Rechtspopulisten 18 Prozent, bei Männern sind es 29 Prozent.

Zuletzt hatte sich der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), kritisch über AfD-Wählende im Osten geäußert – und sie in Bezug zur DDR-Vergangenheit gesetzt. Wanderwitz hatte in einem Podcast der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« davon gesprochen, dass Menschen in Ostdeutschland teilweise »in einer Form diktatursozialisiert« und nicht in der Demokratie angekommen seien. Damit hatte er nicht nur parteiintern Kritik auf sich gezogen.